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Quergelesen: 5 Tipps für besseres Lernen

Erfolg…

Ler­nen lässt sich ange­neh­mer gestal­ten, als es vie­le von uns in der Schu­le erlebt haben. Im Inter­net und in der Lite­ra­tur fin­den sich zahl­lo­se Rat­ge­ber – gute und weni­ger gute. Die meis­ten Men­schen haben jedoch weder Lust noch Zeit, sich mit dicken Wäl­zern für schnell wir­ken­de Tricks zu befassen.

Die Mathe­ma­ti­ke­rin, Pro­fes­so­rin an der Hoch­schu­le Han­no­ver und zer­ti­fi­zier­te NLP-Trai­ne­rin Kira Klen­ke prä­sen­tiert in ihrem Buch „Stu­die­ren kann man ler­nen: Mit weni­ger Mühe zu mehr Erfolg“ Coa­ching-Tech­ni­ken für ein schnel­le­res, effi­zi­en­te­res und erfolg­rei­ches Ler­nen. Wir möch­ten dir dar­aus 5 Tipps für bes­se­res Ler­nen vorstellen.

Und… nicht nur Stu­die­ren­de pro­fi­tie­ren von Klen­kes Tur­bo-Lern-Tricks!

1) Reframen – oder: es gibt kein Versagen, nur Feedback

Die meis­ten Men­schen wer­den durch Feh­ler ver­un­si­chert. Daher emp­fin­den wir Feh­ler nicht als sehr hilf­reich, wenn es dar­um geht, unse­re Fähig­kei­ten zu ver­bes­sern. „Es gibt kein Ver­sa­gen, es gibt nur Feed­back“ lau­tet eines der Axio­me im NLP. Wenn wir Feh­ler als eine Art Feed­back begrei­fen, dann eröff­net sich uns eine wun­der­ba­re Mög­lich­keit, das Ler­nen zu unterstützen.

Klen­ke stellt in die­sem Zusam­men­hang einen Trick des ame­ri­ka­ni­schen Diri­gen­ten Ben Zan­ders vor, der sei­nen Musi­kern ein­bläu­te, jedes Mal wenn sich einer von ihnen ver­spiel­te, den Arm zu heben und mit einem Lächeln zu sagen „Wie fas­zi­nie­rend!“ Durch die­ses Reframing – Ver­än­de­rung der Bedeu­tung und Beur­tei­lung eines Feh­lers – lernt man gelas­se­ner und sou­ve­rä­ner auf „Feh­ler“ zu reagieren.

2) Weg von der Identitätsebene

Jeder, der schon ein­mal ver­sucht hat, sein Ver­hal­ten zu ändern, weiß wie schwer das ist, wenn man auch nicht gleich­zei­tig die Ein­schät­zung sei­nes bis­he­ri­gen Ver­hal­tens ändert. Alles was wir über uns den­ken und was wir tun, hat sei­ne Wur­zeln in unse­rem Selbst­bild – unse­rer Iden­ti­tät. Und die­ses Selbst­bild legt die Gren­zen unse­rer Mög­lich­kei­ten fest, in denen wir uns bewe­gen und bei­spiels­wei­se lernen.

Sobald etwas nicht funk­tio­niert oder wir etwas nicht schaf­fen, nei­gen wir schnell dazu, uns selbst auf der Iden­ti­täts­ebe­ne zu ver­ur­tei­len („Ich bin ein Ver­sa­ger.“ „Ich bin dafür nicht geeig­net.“) Mit sol­chen Selbst-Ein­schrän­kun­gen nimmt man sich von vorn­her­ein jede Mög­lich­keit, sich irgend­wie zu ver­än­dern. Klen­ke emp­fiehlt daher, sich bei der Bewer­tung lie­ber prä­zi­se auf das, was wirk­lich vor­ge­fal­len ist, zu kon­zen­trie­ren: „Weil ich mich nicht genü­gend vor­be­rei­tet habe, konn­te ich ges­tern die Fra­gen in der Übung (oder des Vor­ge­setz­ten) nicht beant­wor­ten.“ Durch die­se prä­zi­se Bewer­tung auf der Ver­hal­tens- bzw. Fähig­kei­ten­ebe­ne befin­det man sich sofort in einem Bereich, in dem jeder die Mög­lich­keit hat, etwas zu ver­än­dern bzw. sich zu verbessern.

3) Fragen, Fragen, Fragen

„Wie­so, wes­halb, war­um – wer nicht fragt bleibt dumm.“ Die­sen klei­nen Vers ken­nen sicher die meis­ten von uns noch aus ihrer Kind­heit. Lei­der ver­ler­nen wir – zum gro­ßen Teil bedingt durch unse­re Erzie­hung – Fra­gen zu stel­len. Vor allem Eltern von klei­nen Kin­dern kön­nen sicher ein Lied davon sin­gen, wie schnell sie an ihre Gren­zen durch die unge­bän­dig­te Neu­gier ihrer Kin­der kom­men kön­nen. Spä­ter als Erwach­se­ne scheu­en wir uns dann nach­zu­fra­gen, wenn wir etwas nicht oder nicht rich­tig ver­stan­den haben. Doch Ler­nen beinhal­tet nach Klen­ke auch immer wie­der zu über­le­gen, wie das gera­de Erlern­te mit dem zusam­men­hängt, was ich schon weiß und was ich noch nicht so ganz ver­stan­den habe. Für Klen­ke steht daher fest, dass, je mehr Fra­gen uns zu einem Lern­the­ma ein­fal­len, wir umso schnel­ler und effek­ti­ver ler­nen. Sobald einem Fra­gen zu einem The­ma ein­fal­len, ist dass ein untrüg­li­ches Zei­chen dafür, in ein The­ma ein­zu­stei­gen und es zu vertiefen.

4) Druck rausnehmen

Wir leben in einer Leis­tungs­ge­sell­schaft. Ohne Druck, so der weit­ver­brei­te­te Irr­glau­be, scheint heu­te gar nichts mehr zu gehen. Klen­ke zeigt in ihrem Buch auf, dass vie­le Stu­die­ren­de das Wort „Erfolg“ (ein sehr star­ker Anker) mit „Anstren­gung“ ver­bin­den. Dabei ste­hen Anstren­gung, Stress und Kampf – oft­mals auch Krampf – dem Erfolg im Weg. Den Druck her­aus­zu­neh­men und sich ein biss­chen weni­ger anzu­stren­gen, wie Kira Klen­ke emp­fiehlt, heißt nicht gleich, weni­ger zu tun. Sich weni­ger anzu­stren­gen bedeu­tet Arbeit ein­mal anders als bis­her anzu­ge­hen. Das betrifft nicht nur die Arbeits­tech­nik, son­dern auch die Ein­stel­lung zur gera­de anste­hen­den Auf­ga­be. Das heißt, ich kann mich bewusst ent­schei­den, in wel­chem Zustand ich in eine bei­spiels­wei­se als unan­ge­nehm oder stres­sig emp­fun­de­ne Situa­ti­on gehen – oder hier: Lern­stoff ange­hen – will. Dar­über hin­aus ist es außer­dem hilf­reich, sich immer mal wie­der ganz bewusst zu ent­span­nen und in einen ande­ren Zustand zu brin­gen (z.B. über einen Anker), dann lässt sich näm­lich Wis­sen viel leich­ter aufnehmen.

5) Ängste aufschreiben

Es klingt sim­pel, aber es ist abso­lut hilf­reich und wis­sen­schaft­lich nach­ge­wie­sen: Ame­ri­ka­ni­sche Wis­sen­schaft­ler haben in meh­re­ren stan­dar­di­sier­ten Ver­su­chen her­aus­ge­fun­den, dass Stu­die­ren­de, die zehn bis fünf­zehn Minu­ten vor einer als schwie­rig emp­fun­de­nen Prü­fung ihre Ängs­te und Befürch­tun­gen zu Papier brach­ten, danach signi­fi­kant bes­se­re Leis­tun­gen erbrach­ten als Stu­die­ren­de, die vor­her kei­ne sol­che Schreib­übung durchführten.

Die Wis­sen­schaft­ler fan­den her­aus, dass es einen signi­fi­kan­ten Zusam­men­hang zwi­schen dem Angst-Niveau vor einer Prü­fung und dem erreich­ten Noten-Niveau gibt. Je mehr Prü­fungs­angst jemand hat­te, des­to schlech­ter waren sei­ne Noten. Am erstaun­lichs­ten ist jedoch, dass nach der Schreib-Übung die­ser Zusam­men­hang zwi­schen Angst- und Noten-Niveau völ­lig auf­ge­löst war. Plötz­lich waren beson­ders Ängst­li­che genau­so gut wie die weni­ger ängst­li­chen Studierenden.

Klen­ke emp­fiehlt Stu­die­ren­den daher, die Zeit vor einer Prü­fung für eine sol­che Schreib­übung zu nut­zen. Das lässt sich im Übri­gen auch gut auf den Busi­ness-Kon­text über­tra­gen: Wer bei­spiels­wei­se vor einer wich­ti­gen Prä­sen­ta­ti­on durch die War­te­zeit emo­tio­nal belas­tet wird, kann die Zeit sinn­voll für die­se klei­ne Schreib­übung nut­zen, um wäh­rend der Prä­sen­ta­ti­on den Kopf frei und Zugang zu allen benö­tig­ten Res­sour­cen zu haben und Spit­zen­leis­tung zu errei­chen. Das Buch ist daher auch für Kar­rie­re­fra­gen sehr hilfreich.

Quel­le: Kira Klen­ke, „Stu­die­ren kann man ler­nen: Mit weni­ger Mühe zum Erfolg“, Sprin­ger Gab­ler, 2013

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